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Informationen für ICD-Träger

Der Defibrillator selbst führt in der Regel nicht zu einer Einschränkung in Ihrem Alltag. Einschränkungen können durch Ihre Herzerkrankung bzw. Ihre Herzrhythmusstörung bedingt sein.

ICD-Entladung
Der implantierbare Defibrillator wird Ihnen zur Behandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen implantiert. Diese Therapie kann unter bestimmten Umständen durch einen Elektroschock geschehen. Danach sollte es Ihnen innerhalb weniger Minuten wieder gut gehen. Ist dies nicht der Fall oder gibt das Gerät mehrere Schocks innerhalb einiger Minuten ab, sollten Sie bzw. Ihre Angehörigen sofort den Notarzt rufen oder das nächste Krankenhaus aufsuchen. Wenn es Ihnen nach einer Therapie sofort wieder gut geht, rufen Sie bitte am nächsten Arbeitstag in unserer Praxis an, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eventuell kann es notwendig sein, dass wir mit Ihnen eine Kontrolle des Defibrillators vereinbaren.

Da die ICDs bezüglich der Detektion von Rhythmusstörungen eine hohe Empfindlichkeit aufweisen müssen, damit tödliches Kammerflimmern immer erkannt wird, kommt es gelegentlich auch zu Fehlsignalen. Diese können zu inadäquaten Schockabgaben führen, die für den ICD-Träger unangenehm und auch schmerzhaft sein können. Diese inadäquaten Therapieabgaben werden akzeptiert, da unerkanntes Kammerflimmern binnen 5-10 Minuten zum Tod führt.

Autofahren - Defi verlangt Fahrpause
Zur Ihrer eigenen Sicherheit und der anderer weisen wir darauf hin, dass nach Defi-Implantation bestimmte Fahrpausen eingehalten werden müssen, auch wenn der Herzwächter perfekt funktioniert. Hier finden Sie die » aktuellen europäischen Richtlinien zur Fahrerlaubnis für ICD-Träger.
Für Berufsfahrer (LKW, Personenbeförderung) gilt ein permanentes Fahrverbot.
Privat-PKW dürfen im Fall von sekundärprophylaktisch implantierten Defibrillatoren in den ersten 3 Monaten nach der Implantation des ICD nicht geführt werden. Bei primärprophylaktisch implantierten Defibrillatoren besteht nach 4 Wochen kein Einwand gegen das Führen eines Fahrzeugs.
Sollte während der vorgeschriebenen Fahrpausen durch eine Ohnmacht infolge einer Rhythmusstörung ein Verkehrsunfall verursacht werden, kann eine Aufhebung des Versicherungsschutzes eintreten.

Einfluss von elektrischen Geräten
Studien zufolge können kleine aber starke Neodym-Eisen-Bor-Magneten, die beispielsweise in Namensschildern und Kopfhörern vorkommen, Schrittmacher oder auch ICDs beeinflussen. Bitte beachten Sie die » Hinweise für Herzschrittmacherträger. Es wird empfohlen, Mobiltelefone auf der dem Defibrillator entgegengesetzten Seite zu benutzen. Schnurlose Telefone führen zu keiner Störung oder Funktionseinbuße des ICD. Mikrowellengeräte sind ebenfalls unbedenklich, nur durch ein defektes Mikrowellengerät könnten Störungen verursacht werden.

Gerätehaltbarkeit
Die Haltbarkeit der Batterie hängt von der Beanspruchung des ICD ab. Sie beträgt in der Regel etwa 5 Jahre. Bei Erschöpfung der Batterie muss der Defibrillator unter Belassen der Elektrode(n) ausgetauscht werden. Nachsorge: Vor der Entlassung aus der stationären Behandlung wird der ICD durch eine von außen aufgelegte Spule abgefragt und verschiedene elektronische Messdaten erhoben. In einigen Fällen wird vor der Entlassung in einer Kurznarkose erneut Kammerflimmern zur Überprüfung der korrekten Funktion ausgelöst. Die erste ambulante Routinekontrolle des Gerätes erfolgt in der Regel nach 4 Wochen und danach in 3-monatigen Abständen. Gegen Ende der Batterielebenszeit können sich die Kontrollen wieder auf etwa 4-wöchentliche Abstände verringern.

Urlaub
Eine Urlaubsreise, auch eine Flugreise, wird durch den ICD nicht behindert. Bei längeren Reisen besteht die Möglichkeit, eine entsprechend spezialisierte Klinik in der Nähe des Urlaubsortes zu benennen, um im Notfall die Patienten und Ihr Gerät zu betreuen.


Sie können sich zum Thema Defibrillator weiter informieren mit den Broschüren