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Kontrollen und Dauernachsorge von sämtlichen implantierten Cardioverter Defibrillatoren (ICD) führen wir in unseren Praxen am Medizin Campus Erding und in Freising durch.

ICD-Implantationen sowie Aggregatwechel werden von Dr. Adler und Dr. Kopf im Klinikum Erding in Kooperation mit der kardiologischen Abteilung (Dr. L. Bott-Flügel) durchgeführt.

Allgemeines zum Defibrillator
Ein implantierbarer Cardioverter Defibrillator (ICD) ist ein Gerät, das wie ein Herzschrittmacher implantiert wird und das Herz Schlag für Schlag überwacht. Er wird eingesetzt, um einen zu schnellen Herzrhythmus, in erster Linie Herzrasen aus der Hauptkammer (Tachykardie) und Kammerflimmern zu behandeln und somit einen plötzlichen Herztod zu verhindern. Der Defibrillator beendet lebensbedrohliche Rhythmusstörungen der Herzkammern umgehend und selbständig. So kann er den effektivsten Schutz vor einem plötzlichen Herztod bieten. Das Defibrillatorsystem besteht aus dem sogenannten Aggregat (Impulsgenerator) und einer oder auch mehreren Elektroden (Sonden), die im Herzmuskelgewebe lokalisiert sind.

implantierbarer Defibrillator (ICD)

Funktionen des Defibrillators
Der Defibrillator überwacht kontinuierlich den Herzrhythmus, im Falle von behandlungsbedürftigem Herzrasen gibt der Defibrillator kurze elektrische Impulse ab, die vom Patienten nicht bemerkt werden. Sollten die Stromimpulse in selteneren Fällen nicht zur Beendigung der Herzrhythmusstörung führen, folgt ein Elektroschock. Diesen Elektroschock registriert der Patient nur dann schreckhaft als Muskelzucken, wenn die Rhythmusstörung nicht zu Benommenheit oder vorübergehender Bewusstlosigkeit geführt hat. Bei primär sehr schnellem Herzrasen oder sogar dem Kammerflimmern werden von vornherein ein bis maximal 6 Elektroschocks abgegeben. Zusätzlich zu den genannten Funktionen kann der Defibrillator bei zu langsamem Herzschlag das Herz mit elektrischen Impulsen zur Arbeit anregen. Dies geschieht durch die eingebaute Schrittmacherfunktion. Das Auftreten von Herzrhythmusstörungen an sich vermeidet der Defibrillator nicht.

Implantation

Technik
Der Defibrillator wird unter dem Brustmuskel unterhalb des linken Schlüsselbeines implantiert. Die Sonde (meist eine, selten zwei Elektroden), wird durch Punktion der Schlüsselbeinvene oder Aufsuchen einer kleinen Seitenvene mit ihrer Spitze bis in die rechte Herzkammer (bzw. rechte Vorkammer) vorgeschoben und anschließend mit dem Gerät verbunden. Zur korrekten Platzierung der Sonde ist eine Röntgendurchleuchtung notwenig. Für den operativen Eingriff ist in der Regel keine Vollnarkose erforderlich. Zur Schmerzbekämpfung erhalten Sie eine lokale Betäubung und Beruhigungsmittel je nach Bedarf. Während der Implantation des Defibrillators wird als Sicherheitstest Kammerflimmern ausgelöst. Dies geschieht kontrolliert und ist für Sie nicht wahrnehmbar. Damit wird kontrolliert, ob der Defibrillator die Rhythmusstörung erkennt und entsprechend behandelt. Falls dies nicht geschieht, werden die Rhythmusstörungen von außen durch den Arzt mittels Elektroschock beendet und der Fehler behoben. In Ausnahmefällen muss eine zusätzliche Flächenelektrode unter der Haut der linken Brust eingebracht werden.

Komplikationen
Eine lebensgefährliche Komplikation ist in weniger als 1% der Operationen zu erwarten. Ungefährlichere Komplikationen sind in maximal 5% der Fälle zu erwarten, dazu gehören Bruch oder Fehllage durch Verrutschen der Elektrode, Infektion, Hautrötung, Blutung, durch die Elektrode verursachte Rhythmusstörungen, Verschluss der Schlüsselbeinvene durch Blutgerinnsel, Lungenembolie, Lufteintritt in den Brustkorb zwischen Brustwand und Lunge mit vorübergehendem Zusammenziehen der betroffenen Lunge. Weiterhin können ein technischer Defekt des Gerätes oder vorzeitige Erschöpfung der Batterie auftreten.


HINWEISE FÜR ICD-TRÄGER

Der Defibrillator selbst führt in der Regel nicht zu einer Einschränkung in Ihrem Alltag. Einschränkungen können durch Ihre Herzerkrankung bzw. Ihre Herzrhythmusstörung bedingt sein.

ICD-Entladung
Der implantierbare Defibrillator wird Ihnen zur Behandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen implantiert. Diese Therapie kann unter bestimmten Umständen durch einen Elektroschock geschehen. Danach sollte es Ihnen innerhalb weniger Minuten wieder gut gehen. Ist dies nicht der Fall oder gibt das Gerät mehrere Schocks innerhalb einiger Minuten ab, sollten Sie bzw. Ihre Angehörigen sofort den Notarzt rufen oder das nächste Krankenhaus aufsuchen. Wenn es Ihnen nach einer Therapie sofort wieder gut geht, rufen Sie bitte am nächsten Arbeitstag in unserer Praxis an, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Eventuell kann es notwendig sein, dass wir mit Ihnen eine Kontrolle des Defibrillators vereinbaren.

Da die ICDs bezüglich der Detektion von Rhythmusstörungen eine hohe Empfindlichkeit aufweisen müssen, damit tödliches Kammerflimmern immer erkannt wird, kommt es gelegentlich auch zu Fehlsignalen. Diese können zu inadäquaten Schockabgaben führen, die für den ICD-Träger unangenehm und auch schmerzhaft sein können. Diese inadäquaten Therapieabgaben werden akzeptiert, da unerkanntes Kammerflimmern binnen 5-10 Minuten zum Tod führt.

Autofahren
Zur Ihrer eigenen Sicherheit und der anderer weisen wir darauf hin, das bei sekundärprophylaktisch implantierten Defibrillatoren aufgrund der Herzrhythmusstörungen in den ersten 6 Monaten nach der Implantation des ICD kein Fahrzeug geführt werden darf. Nach Ablauf dieser Zeit kann dieses Fahrverbot je nach Verlauf gelockert oder sogar aufgehoben werden. Bei primärprophylaktisch implantierten Defibrillatoren besteht nach 4 Wochen kein Einwand gegen das Führen eines Fahrzeugs. Eine gewerbliche Führung von Kraftfahrzeugen (z. B. LKW) oder eine gewerbliche Personenbeförderung (z. B. Taxi, Bus) ist in jedem Falle verboten. Sollten jemals durch eine Ohnmacht infolge einer Rhythmusstörung ein Verkehrsunfall verursacht werden, kann hierdurch eine Aufhebung des Versicherungsschutzes eintreten.

Einfluss von elektrischen Geräten
Studien zufolge können kleine aber starke Neodym-Eisen-Bor-Magneten, die beispielsweise in Namensschildern und Kopfhörern vorkommen, Schrittmacher oder auch ICDs beeinflussen. Bitte beachten Sie die » Hinweise für Herzschrittmacherträger. Es wird empfohlen, Mobiltelefone auf der dem Defibrillator entgegengesetzten Seite zu benutzen. Schnurlose Telefone führen zu keiner Störung oder Funktionseinbuße des ICD. Mikrowellengeräte sind ebenfalls unbedenklich, nur durch ein defektes Mikrowellengerät könnten Störungen verursacht werden.

Gerätehaltbarkeit
Die Haltbarkeit der Batterie hängt von der Beanspruchung des ICD ab. Sie beträgt in der Regel etwa 5 Jahre. Bei Erschöpfung der Batterie muss der Defibrillator unter Belassen der Elektrode(n) ausgetauscht werden. Nachsorge: Vor der Entlassung aus der stationären Behandlung wird der ICD durch eine von außen aufgelegte Spule abgefragt und verschiedene elektronische Messdaten erhoben. In einigen Fällen wird vor der Entlassung in einer Kurznarkose erneut Kammerflimmern zur Überprüfung der korrekten Funktion ausgelöst. Die erste ambulante Routinekontrolle des Gerätes erfolgt in der Regel nach 4 Wochen und danach in 3-monatigen Abständen. Gegen Ende der Batterielebenszeit können sich die Kontrollen wieder auf etwa 4-wöchentliche Abstände verringern.

Urlaub
Eine Urlaubsreise, auch eine Flugreise, wird durch den ICD nicht behindert. Bei längeren Reisen besteht die Möglichkeit, eine entsprechend spezialisierte Klinik in der Nähe des Urlaubsortes zu benennen, um im Notfall die Patienten und Ihr Gerät zu betreuen.


Sie können sich zum Thema Defibrillator weiter informieren auf der Webseite der
» Defi-Selbst-Hilfe-Gruppe-Freising.